Vorstellung

Der Ursprung des Museums geht auf eine Profilhobelsammlung zurück, mit der Tischler- und Rahmenglaser- meister Rüdiger Timme 1965 begann. Der Beruf als Tischler und die Liebe zu alten Werkzeugen waren der Grund. Im Laufe der Jahre sammelte sich eine große Zahl historischer Werkzeuge an. 1998 konnte das Museum in Räumen auf einem ehemaligen Bauernhof eingerichtet werden. Im Laufe der Jahre entstanden hier für das Museum 10 Räume mit 350 m² Fläche.

 

Es sind komplett eingerichtete Werkstätten aufgebaut, in denen gut erkennbar ist welche Produkte im jeweiligen Handwerk gefertigt wurden. Zwei Tischlerwerkstätten (Bankräume) eröffnen die Vielseitigkeit dieses Berufes. In der ersten wird gezeigt wie ein Allein-Meister gearbeitet hat. Sie ist mit der Werkstatt vom Tischlermeister Gericke in Badeleben in den 50er Jahren vergleichbar. Die zweite Werkstatt stellt mehrere Arbeitsplätze dar. Sie ist mit den Werkstätten Simon in Hötensleben und Schellhaase in Völpke in den 50er Jahren identisch, aus denen einige der Objekte stammen. Die Maschinenräume sind einmal mit hölzernen und einmal mit gusseisernen Maschinen, sowie anderen technischen Geräten ausgestattet, um die ständige technische Weiterentwicklung zu demonstrieren.

 

Eine Stellmacherei wie sie hier in der Region üblich war, zeigt die Herstellung eines hölzernen Wagenrades. Des weiteren sind eine Böttcherei, eine Zimmerei und eine Drechsler-Werkstatt zu sehen.

 

Eine Besonderheit ist ein hölzernes Wasserrohr, das bei Erdarbeiten in Wernigerode gefunden wurde. Die Herstellung solcher Rohre wird mit einer 5 m langen Bohrvorrichtung und originalen fast 3 m langen Bohrern vorgeführt.

 

Zur ständigen Ausstellung gehört eine Sammlung historischer Fenster. Sie umfasst ca. 150 Fenster vorwiegend aus der Region aber auch aus anderen Bundesländern, zum Teil mit Beschreibung, Baujahr und Herkunft. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen sowie die verschiedenen Stilepochen sind gut zu erkennen. Die ältesten Fenster sind aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Diese Sammlung ist ein Fundus für die Denkmalpflege. Ein handgefertigtes Kastenfenster, ein Verbundfenster mit Rundbogen, ein Jugendstilfenster sowie ein Bauchfenster zeigen die Arbeiten von Gesellenprüfungen. Mit einem Rosettenfenster ist auch ein Rahmenglaser-Meisterstück zu sehen. Werkzeichnungen von Gesellen - und Meisterstücken, von Fenstern, Türen und Möbeln sowie aufgeschnittene Fenster und Türen veranschaulichen die Arbeit der Handwerker und können eine Hilfe für die Aus- und Weiterbildung verschiedener Einrichtungen sein.

 

Eine Glassammlung, die 1963 zusammengestellt wurde, besteht aus vielen Ornamentgläsern, Monamental- gläsern, Kathedralgläsern, Antikgläsern, Überfanggläsern, Eisblumenglas, Englischriffelglas, Butzenglas und anderen. Ein großer Bestand von Schlössern, Bändern, Drückern und Oliven füllt die Beschlägesammlung. Es werden Beschläge für Bauelemente und Möbel gezeigt. Sie sind aus den verschiedenen Stilepochen wie Barock, Historismus, Biedermeier, Jugendstil und der Neuzeit. Etwas besonderes ist ein Möbelschloss und Bänder aus Holz.

 

Die Sammlung umfasst inzwischen ca. 1500 Hobel (davon ein Teil in Glasvitrinen mit genauen Bezeichnungen und Verwendungszweck). In einem Ausstellungsraum werden Rekonstruktionen einer römischen Hobelbank und von Hobeln gezeigt, die bei den Ausgrabungen von Pompej gefunden wurden. Außerdem sind Werkzeuge aus England, Frankreich, Holland, Österreich, Japan, USA und China zu sehen. Letzteres ist von besonderer Bedeutung für die Werkzeugforschung, da in China noch die ursprünglichen Formen erhalten sind.

 

Über 400 Bohrer sind im Bestand. Bohrer, die in allen Holzhandwerksberufen benötigt werden: Löffelbohrer, Nabenbohrer, Zapfenbohrer für Stellmacher; Spundlochbohrer für Böttcher; Stangenbohrer für die Zimmerei; Schneckenbohrer, Schlangenbohrer, Forstnerbohrer für die Tischlerei um nur einige zu nennen. Der kleinste Bohrer ist der Drillbohrer, der für Laubsägearbeiten benötigt wird. Der größte Bohrer misst 280 cm und wurde für die Herstellung von hölzernen Wasserrohren verwendet.

 

Für Kinder stehen mehrere Hobel- und Schnitzbänke bereit, an denen die alten Techniken ausprobiert werden können. Ein Modell eines mit Wasser angetriebenen Sägewerkes und zwei Miniatur-Tischlereien, deren Maschinen mit einer Dampfmaschine bzw. E-Motor über Transmissionen betrieben werden, zeigen den Einsatz von historischer Maschinentechnik zur Holzbearbeitung.

 

werkzeug-tafel